Geschichte
Tradition im Stahlbau

Ein Rückblick auf den Werdegang und die Entwicklung der Firma Siebert & Möller in fast einem Jahrundert.

September 1920
Gründung

Die Ingenieure Albert Siebert und Wilhelm Möller gründeten im September 1920 die Firma Siebert & Möller. Ihr Programm: Reparatur von Eisenbahnwaggons der Deutschen Reichsbahn, Herstellung und Montage von Eisenbauten.

Für den Aufbau der Werk- und Betriebsstätten wurde von der Stadt Krefeld ein Grundstück vom 20.000 qm an der Fegeteschstraße erworben. 

Die etwa 30 Mitarbeiter reparierten zunächst Reichsbahnwaggons, 1 1/2 Jahre später, nach der Fertigstellung einer Montagehalle, begann die Firma mit der Fabrikation von Eisenbauten.

Neben dem vorerwähnten Programm entwickelten Albert Siebert und Wilhelm Möller in den 20iger Jahren den Prototyp eines Motorrad-Motors für Benzin-Antrieb, "SIMO", mit 250 und 500 ccm.

Durch die günstige Beschäftigungslage bei der Reparatur von Reichsbahnwaggons, Tendern und Neuerstellung von Waggonoberbauten sowie den Beginn der Fabrikation von Eisenbauten stieg die Belegschaft auf ca. 100 Mitarbeiter. Kleine Brücken, z.B. über den Rhein-Herne-Kanal, eine Elektro-Werkstatt bei den Deutschen Edelstahlwerken und die Bekohlungsanlage der Rhenania-Brauerei, später Großbauten und Industrieanlagen bei der Duisburger Kupferhütte, Gittermaste und Gittertraversen für Freiluftanlagen sowie Aufbereitungsanlagen für Erze, Elevatoren für Mühlenwerke und Krananlagen zeugten damals von der Leistungsfähigkeit der Firma.

Im Jahr 1927 verstarb der Mitbegründer Albert Siebert. Bis zum Jahre 1945 leitete Wilhelm Möller das Unternehmen alleine.

 

November 1944
Bombenangriffe

Bombenangriffe im November 1944 zerstörten das Werk vollständig. Nach Beendigung des 2. Weltkrieges begann Wilhelm Möller mit den verbliebenen Mitarbeitern den Wiederaufbau des Werkes. Den technischen Erfordernissen entsprechend folgten mehrere Erweiterungsbauten.

Im Oktober 1945 trat Karl-Heinz Siebert als Sohn des Mitbegründers Albert Siebert in die Geschäftsführung der Firma Siebert & Möller ein. Nach dem Tode von Wilhelm Möller übernahm Karl-Heinz Siebert im Jahre 1956 alle Geschäftsanteile und die alleinige Geschäftsführung.

1957 / 1962
Programmausweitung

Die Aufwärtsentwicklung des Unternehmens verlangte eine Ausweitung des Programms. So wurde im Jahr 1957 der Fassaden- und Dachbau in großformatigen Siporex-Gasbeton-Elementen aufgenommen. Im Jahre 1962 wurde das Programm durch Fassaden- und Dachbau Elemente aus großformatigen Stahl- und Aluminiumblechen erweitert.

Für die Entwicklung und Konstruktion dieser neuen Programmpunkte benötigte die Firma einen zusätzlichen Technikerstab. Die intensive technische Entwicklungsarbeit schlug sich in Neuentwicklungen und Erlangung von Schutzrechten nieder.

1977 - 1982
International

Zu Beginn der 70er Jahre beschäftigte die Firma Siebert & Möller ca. 120 Mitarbeiter und hatte einen Jahresdurchsatz von 6.000 to Stahlkonstruktionen. Mit der Programmerweiterung um Fassaden- und Dachelemente mit je 100.000 m² bewehrter Gasbetonplatten und Elementen aus Stahl / Aluminium konnte der Jahresumsatz auf 12 - 15 Mio. DM gesteigert werden.

Mittlerweile wurden Großaufträge im Bereich Schlüsselfertigbau, Industrie- sowie Kraftwerksbau und Gewerbebau nicht nur in NRW, sondern deutschlandweit abgewickelt.

In den Jahren 1977 - 1982 realisierte die Firma Siebert & Möller mehrere Großaufträge in Saudi-Arabien, unter anderem ein Gebäude für die automatische Flugreservierung sowie mehrere Fabrikationshallen.

Im Jahr 1989 wurde Freydoun Nader zusammen mit Karl-Alexander Siebert in die Geschäftsleitung bestellt.

1990er Jahre
Expansion

Der Fall der Mauer Ende 1989 brachte neue Aufgaben. Um hier kostengünstig und wirtschaftlich arbeiten zu können wurde 1992 in Bernburg eine Zweigstelle eröffnet. Vor allem im Bereich des Industriebaus konnte die Firma Siebert & Möller sein Know-How beim "Aufbau Ost" einbringen.

Die Auftragslage verlangte Anfang der 90er Jahre weitere Investitionen im Werk in Krefeld. Hierzu gehörten eine neue Maschinenbauhalle im Jahr 1990 sowie eine Lackierhalle im Jahr 1994.

Auch im Bereich der EDV ging die Firma Siebert & Möller mit dem Fortschitt der Technik. Mit der Einführung der CAD-Programme PKS und Bocad sowie der ERP-Software SteelOffice, welche schon mehrere Jahre im Einsatz war, war man für die Zukunft gerüstet.

Im Jahr 1993 verstarb der Geschäftsführer Karl-Heinz Siebert. Die Geschäftsleiter Karl-Alexander Siebert und Freydoun Nader sorgten für den Fortbestand der Firma und firmierten die Siebert & Möller KG im Jahr 1994 in die Siebert & Möller GmbH & Co. KG um.

2000 - heute
Erweiterung Betriebsstätte

Die 2000er Jahre begannen für Siebert & Möller mit dem größten Auftrag in der Firmengeschichte. Mit dem Bau des Stadiondaches vom Borussia-Park in Mönchengladbach konnte die Firma ihre Leistungsfähigkeit unter Beweis stellen.

Die Mitte der 2000er Jahre beginnende weltweite Wirtschaftskrise betraf auch die Bauindustrie. Große und namhafte Firmen sowie langjährige Kunden mussten Ihre Investitionen zurückfahren, wodurch der Bausektor mehr umkämpft war als je zuvor. Dies zwang auch zur Schließung des Betriebs in Bernburg.

Die Erneuerung und Erweiterung der Kraftwerkskapazitäten in Europa brachte einige größere Aufträge in Neurath und Hamm sowie international in Malmö (SWE) und Eemshaven (NL). Weiter wurden Möbelhäuser, Einkaufszentren und Neubauten oder Erweiterungen im Industriebereich realisiert.

Mit der Investition in zwei moderne Säge-Bohr-Anlagen und der Anschaffung der CAD-Software Advance Steel blieb man auf dem Stand der Technik, um auch in Zukunft wirtschaftlich und kostengünstig produzieren zu können. 

Nach dem Tod des Geschäftsführers Karl-Alexander Siebert im Jahr 2013 wurde im selben Jahr sein Sohn Christian Siebert, schon seit 2008 im Betrieb, zum Geschäftsführer bestellt. Im Jahr 2015 folgte sein Zwillingsbruder Ralf Siebert, wodurch die Firma Siebert & Möller heute in der vierten Generation geführt wird.

Im Mai 2014 wurde die neue 2.000 m² großen Fertigungshalle eröffnet. Dort können nun Bauteile mit einem Einzelgewicht von bis zu 50,0 to und Längen über 30,0 m wettbewerbsfähig und kostengünstig hergestellt werden. Mit einer Summe von 3,75 Mio. € war dies die größte Investition in der Geschichte von Siebert & Möller.

 
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